Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren…

Mein Herz habe ich zwar nicht in Heidelberg verloren – jedoch ein wenig habe ich mein Herz an diese Stadt verloren. Gefühle für Heidelberg zu hegen, fällt im Anbetracht der Liebenswürdigkeit dieser Stadt nicht schwer. Der schon südländisch anmutende Charme der Stadt, das rege Studentenleben, die urigen Kneipen, das milde Klima, das internationale Publikum – das alles trägt dazu bei, dass mein Herz aufgeht, wenn immer ich den Neckar sehe. Die Freundlichkeit der Leute, das offene Wesen der Kurpfälzer, mit denen man schnell ins Gespräch kommt – in kaum einer Stadt fühle ich mich schneller heimisch als in Heidelberg.


Foto © By Christian Bienia. [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Mein kürzlicher Besuch dort diente allerdings dem Besuch des Apothekenmuseums, welches sich im Schloss befindet. Mein besonderes Interesse galt hier u. a. Abbildungen der Alraune sowie den ausgestellten Alraunenwurzeln und –figuren.

Die Alraune – Pflanze des Lebens und des Todes


Foto © By tato grasso (Own work (personal work)) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Kaum eine andere Pflanze ist seit der Antike mit so vielen Mythen und Sagen verwoben wie die Alraune. Der sie umgebende Sagenkreis hebt sie aus der Fülle der Zauberpflanzen heraus und macht sie zu der vielleicht magischsten Pflanze überhaupt.

Faszinierend und unheimlich zugleich.

Verehrt und verteufelt.

Aphrodisiakum und Omen des Todes.

Arzneimittel und Giftdroge.

Glücksbringer und Unheilbote.

Dem Göttlichen zugeordnet und den Teufel in sich bergend.

Aus Sperma geboren und doch die Pflanze des Henkers und des Galgens.

Fluch und Segen.

Glücksbringer und Talisman.

Liebeszauber und Potenzmittel.

Heilmittel und Fruchtbarkeitsspenderin.

Garant für Macht und Wohlstand.

Teurer Besitz und guter Pflanzengeist.

Jedoch auch böser Fluch und Sitz des Teufels.

Gift und Mordwaffe.

– das alles war und ist die Alraune, die der Gestalt nach allein eine wunderschöne Pflanze ist.

Apothekenmuseum Heidelberg eigene Aufnahme

Apothekenmuseum Heidelberg eigene Aufnahme

Ernte der Alraune – Die Sage vom schwarzen Hund

Viele der Sagen über die Alraune ranken sich um die Ernte der Pflanzenwurzel.

Ein Grund hierfür mag auch sein, dass die verzweigten Wurzeln bis zu 50 cm tief ins Erdreich ragen und sich nur mit Mühe aus der Erde herausbugsieren lassen. So reißt die Wurzel beim Versuch, sie aus dem Erdreich zu ziehen, häufig von ihrer Blattrosette ab. Man sagt deshalb auch, der Erdboden hält die Wurzel an ihren Füßen gefesselt in der Erde.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich im Laufe der Zeit viele makabre Geschichten und merkwürdige Zeremonien rund um die Gewinnung der Zauberwurzel bildeten.

Foto aus Pflanzenbuch (ca. 1500), reproduced in The Illustrated Herbal, by Wilfred Blunt.

Aufgenommen ca. 1857

So wurde der Pflanze nicht nur nachgesagt, dass sie störrisch sein, sondern auch äußerst gefährlich, sogar schon eine bloße Berührung kann den Tod bringen. Um sich zu schützen, mussten bestimmte Regeln eingehalten werden. So sollte man die Erde rings um die Wurzel so weit abgraben, bis nur noch ein kleines Stück Wurzel im Boden stecke, dann wird ein Hund an ihr festgebunden. Wenn dieser seinem Herrn folgen will, reißt er dabei zwangsläufig die Wurzel aus und muss auf der Stelle sterben, stellvertretend für seinen Herrn, der die Pflanze mitnehmen will.

Der Hund wird alsdann die Beute des Teufels – das Opfer musste auf jeden Fall ein völlig schwarzer Hund sein, da dieser die Grenze zwischen Leben und Tod symbolisiert.

Hatte man alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten und hatte man selbst überlebt, konnte die gewonnene Pflanze gefahrlos mitgenommen werden.

Gefälschte Alraunen

Die große Nachfrage nach Alraunen belebte einen schwunghaften Handel, die meisten der abendländischen Wurzel-Alraunen waren allerdings Fälschungen und keine echten Mandragorawurzeln. Es hätten auch niemals genügend Alraunen wachsen können, – selbst in ihrer Heimat ist die Alraune nicht sehr häufig anzutreffen – um die wachsende Nachfrage zu befriedigen. Oft wurden die falschen Alraunen auch in Form von Männlein und Weiblein geschnitzt. Vielerorts wurde vor falschen Alraunen gewarnt, meist jedoch vergeblich. Warnungen stießen besonders dann auf taube Ohren, wenn die Alraunen eine menschengestaltige Form hatten, was gerade bei manipulierten Alraunen der Fall war. Denn die menschengestaltigen Alraunen galten als besonders wertvoll und wirksam und fanden großes Gefallen bei den potentiellen Kunden.

Alles Wissenswerte zur Alraune – der geheimnisvollsten und magischsten Pflanze überhaupt – wie Anwendung und Wirkung als Aphrodisiakum (Anwendung in Getränken, Hexensalben, Rauchwerk usw.), als Arzneimittel sowie alle Sagen und Geschichten rund um die Alraune finden Sie in meinem Buch „Die Alraune – Pflanze der Liebe, Pflanze des Todes“.

Videovorstellung:

Leseprobe:

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