Was hat Menstruation und Monatshygiene mit Umwelt- und Tierschutz zu tun?

Wenn es um das Thema ideale Monatshygiene geht, ist meist nur von Komfort, Diskretion und Vielfalt der Produkte die Rede. Sicher, das sind entscheidende Faktoren, nach denen Frauen ihre Monatsartikel auswählen, wollen wir Frauen uns doch auch durch entsprechende Hygieneartikel – bei allen Beschwerlichkeiten, welche die Menstruation ohnehin schon mit sich bringt – bestmögliche Erleichterung an den „Tagen“ verschaffen.

Doch in der Tat geht es um viel mehr als um Komfort und Diskretion, was vielen Frauen gar nicht bewusst ist. Denn mit den diversen Hygieneartikeln führt Frau ihrem Körper auch gleichzeitig jede Menge Schadstoffe zu – ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Fatal ist hierbei auch die Tatsache, dass Tampons und Binden zu „Bedarfsgegenständen“ zählen, die infolgedessen keinerlei Deklarationspflicht unterliegen – d. h. die Inhaltsstoffe müssen überhaupt nicht angegeben werden. Und dieser Fakt kommt gerade den Herstellern konventioneller Hygieneartikel natürlich sehr entgegen.

Ein besonders bizarres Beispiel für einen Hygieneartikel, der oft noch als besonders „natürlich“ und „umweltfreundlich“ angepriesen wird – besonders in unkritischer Literatur sowie in Laienliteratur – sind Menstruationsschwämme. Zunächst ist der Schwamm nicht – wie oft suggeriert wird – pflanzlichen Ursprungs, sondern die Schwämme werden aus Tieren, den Hornkieselschwämmen, hergestellt. Diese Tiere leben im Mittelmeer sowie im Atlantischen und Indischen Ozean. Werden sie vom Meeresboden hochgeholt, leben sie in der Regel noch. An der Luft sterben sie dann langsam ab – zum Schwamm wird das Tier erst, wenn es weiter behandelt wird. Durch Auspressen, Drücken, Waschen und anschließendes Trocknen an der Luft zersetzen sich die Zellen, das weiche Gewebe wird entfernt, übrig bleibt nur das Skelett des Tieres, das nun nochmals getrocknet wird. Der Menstruationsschwamm ist also nichts anderes als das vom Weichkörper befreite Skelett des Hornkieselschwamms.

Für Vegetarierinnen und Veganerinnen stellen Menstruationsschwämme also ohnehin eine fragwürdige Angelegenheit dar – die Vorstellung ein Tierskelett in sich zu tragen, wird evtl. aber auch von Nicht-Vegetarierinnen als nicht besonders verlockende Angelegenheit angesehen.

Weiter gilt es zu bedenken, dass die Schwämme oft mit riesigen Netzen vom Meeresboden heraufgeholt werden, wodurch unter anderem auch große Teile der Korallenriffe zerstört werden.

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(3) Kommentare

  1. Avaganza 9. Dezember 2017at0:17

    Interessanter Beitrag – ja ich finde wir sollten uns da schon Gedanken darüber machen. Es hat ja alles eine Auswirkung auf die Umwelt. Ich werde da meine Monatshygiene nochmals überdenken.

    Liebe Grüße
    Verena

  2. Marie 11. Dezember 2017at18:32

    Wirklich toller und interessanter Beitrag. Über solche Themen sollte viel öfter gesprochen werden, weil ich es sehr wichtig finde. Das Thema Menstruation ist für viele noch ein Tabu-Thema und die Monatshygiene erst recht.

  3. Andrea 12. Dezember 2017at16:16

    Sehr spannend! Ich verwende Tampons, bin da aber auch nicht so happy damit.

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